Hawaii

Nach zwei Wochen in Samoa fühlte sich in einem richtigen Bett schlafen an, wie eine Woche Wellnessferien. Nachdem wir ausgiebig ausgeschlafen haben, haben wir den Tag in Waikiki mit Shopping verbracht. Wir waren seeehr erfolgreich ;-)…

Eigentlich dachten wir ja, dass die Zeit der kleinen Flugzeuge für uns langsam vorbei ist. Aber „eine nämemer no“, nämlich denjenigen von Honolulu, nach Molokai. Molokai ist eine der Inseln, wohin sich nicht allzu viele Touristen verirren. Wir wurden mehrmals ein bisschen schräg angeschaut („what the hell are you gonna do there, there’s nothing“). Nun ja, da wir bei den letzten beiden Hawaii-Besuchen bereits auf Kauai, Big Island und Maui waren, blieben nur noch zwei Inseln übrig: Lanai und Molokai.

Unser Flug nach Molokai im Kleinflugzeug (8 Passagiere), fühlte sich mehr an wie ein Panoramaflug. Nach einer halben Stunde Flug über Honolulu, Hanauma Bay und halb Molokai landeten wir bereits wieder. Begrüsst wurden wir mit einer Überraschung: die Dame am Schalter der Autovermietung meinte, ob wir lieber ein Cabrio hätten (wir hatten die günstigste Fahrzeugkategorie gebucht). Einfach so. Ohne Aufpreis. Für einmal lautete unsere Antwort nicht: „So en Seich bruchemer sicher nöd“.

Also dann. Eine Woche Molokai mit einem Ford Mustang Cabrio. Die Insel ist auch ein Dorf, nur gerade 8000 Leute leben hier. Dementsprechend gemütlich geht hier auch alles vor sich. Diesem Rhytmus passten wir uns natürlich an. Die Woche verbrachten wir grösstenteils mit sünnele (Molokai hat den längsten weissen Sandstrand der Hawaii-Inseln) und auf der Insel rumdüsen. Ansonsten war eine Wanderung ins Halawa Valley zu einem imposanten Wasserfall sowie eine Kokosnuss bemalen und nach Hause schicken die einzigen zählbaren Aktivitäten. Dies mitunter auch, weil Patricia mittlerweile auch mit einer Erkältung zu kämpfen hatte… Die macht au alle Seich mit…

Etwas mehr Action war für die Woche in Oahu geplant, Manuel hatte sowohl surfen als auch Kitesurfen auf seiner ToDo-Liste. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…

Zurück in Oahu bezogen wir als erstes unser Quartier bei Manuel’s ehemaliger Gastfamilie. Fühlte sich irgendwie schon ein wenig wie nach Hause kommen an. Nachdem wir sämtliche News der letzten drei Jahre ausgetauscht hatten, war am Abend golfen angesagt. Manuel kam erstaunlich gut zu recht, (noch) ein Talent ;-)?!

Nach einem Beachtag am Sonntag begann die etwas mühsame Geschichte mit Manuels Knie, welche unsere Wochenplanung zerstörte. Zuerst schwoll das Knie an, anschliessend auch die Wade (wollte schon immer mal Xherdan-Shaqiri-Waden), und nach einem Arztbesuch war dann auch klar, dass es nichts mehr wird mit kiten: bakterielle Infektion…

Somit waren unsere Aktivitäten auf shoppen und Beach beschränkt, was wir dann auch ausgiebig taten.

Und zack, schon ist Freitag. Und während wir diese Zeilen schreiben, sind die Rucksäcke gepackt und die Uhr tickt unaufhörlich Richtung Rückflug :(… Wenn alles nach Plan läuft und wir unsere zwei Anschlussflieger in Los Angeles und New York nicht verpassen, landen wir am Sonntag Morgen um 8 Uhr in Zürich.

Wir freuen uns, euch bald wieder zu sehen…

PS: Wär hät eigetli das Schisswetter bstellt? Gits jo gar nöd so öppis…

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Samoa

Freitag, 11. April
Unser Flug wurde wie auch der letzte, verschoben. Da dies dem Flughafentransfer egal war, waren wir einmal mehr viel zu früh am Flughafen (4 Stunden vor Abflug)… Als es dann endlich los ging machte sich bei Manuel erst einmal Enttäuschung breit: kein Entertainment an Bord. Dies ist zwar egal für die zwei Stunden von Fiji nach Samoa, in zwei Wochen müssen wir dann aber das längere Streckenstück von Samoa nach Hawaii (5.5 Stunden) mit dem selben Flieger absolvieren. Aus langeweile das Bordmagazin durchgeblättert, der CEO will die Fiji Airways zur weltweit führenden „Boutique-Airline“ machen. Na dann viel Spass Kollege.
Wie verwöhnt wir doch sind, wegen so einer Kleinigkeit zu meckern… Aber die Zeit vergeht nunmal im Flug, wenn man sich ein, zwei Filme anschauen kann während dem fliegen.

Nachdem wir die Immigration im Rekordtempo absolviert hatten, machten wir uns auf die Suche nach dem Avis-Büro. Dem Taxifahrer, der uns erklärte, das Avisbüro sei geschlossen, beachteten wir vorerst garnicht. Er liess aber nicht locker, und meinte er rufe den Typen an. Das Büro war tatsächlich geschlossen wie wir dann herausfanden :)… Schlussendlich, nach langem hin und her und einer gefühlten Ewigkeit kamen wir doch noch an unser Auto… Wir mussten ein wenig schmunzeln als wir das Auto sahen, hatte es doch tatsächlich ein Ersatzrad an der Kofferraumtüre befestigt, nur allzu gut waren uns Hankook I und II in Erinnerung. Das wir diesmal jedoch ganz andere Sorgen als die Pneus haben werden, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht und machten uns gut gelaunt auf den Weg… Für die 35 Kilometer vom Flughafen bis nach Apia benötigten wir eine knappe Stunde. Autofahren ist hier etwas ungewohnt: das linksfahren ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit für uns, das Tempolimit beträgt jedoch lediglich 40 km/h und zahlreiche Bumps, Hunde, Hühner, Schweine und Menschen auf der Strasse stellen sicher, dass diese Limite eingehalten wird.

Samoa Lektion 1: slow down, take it easy

Samstag, 12. April
Nach einem grosszügigen Frühstück machten wir uns auf den Weg Richtung Ostküste der Insel. Wir hatten dort von Fiji aus bereits online eine Unterkunft gebucht, ein Fale auf einer vorgelagerten Insel. Fales sind die Unterkunft schlechthin in Samoa: eine ovale „Plattform“ auf Stelzen, ein Dach, eine Matratze und ein Mückennetz. Meist befinden sich diese Fales direkt am Strand, dank den nicht vorhandenen Wänden hat man einen super Ausblick und braucht keine Klimaanlage…
Wie auch immer, nachdem wir keine Bestätigung erhalten hatten, hakten wir vorsichtshalber telefonisch nach. Und siehe da, es hat nicht geklappt. Sei aber kein Problem, es habe noch Platz. Auf unserem Weg dorthin wollten wir noch einen Umweg über eine 4WD-Strasse machen, schliesslich haben wir uns zum ersten Mal in unserer Automietkarriere einen 4WD gegönnt. Allerdings hätte man für diese Strasse wohl eher ein Raupenfahrzeug benötigt, wir mussten umkehren und den direkten Weg nehmen.
Auch wenn wir bereits wussten, dass uns eine einsame Insel mit weissem Sandstrand erwartet, trauten wir unseren Augen kaum: die Beach Fales waren direkt am weissen, mit Palmen gesäumten Sandstrand, das Wasser türkisblau und kaum angekommen schlürften wir bereits eine Kokosnuss. Wir waren die einzigen Gäste und nach dem Abendessen verabschiedete sich auch die Gastgeberfamilie für einige Stunden auf die Hauptinsel. Wir waren also wirklich ganz alleine auf einer einsamen Insel, schön und seltsam zugleich…

Samoa Lektion 2: 4WD-Strasse in Samoa ungleich 4WD-Strasse Rest der Welt.

Sonntag, 13. April
Unsere erste Nacht in einem Beach Fale meisterten wir mehr oder weniger ohne Probleme; Mitten in der Nacht machte sich eine Ratte an unserem Chipspack zu schaffen… Am Tag darauf machten wir dann was getan werden musste: nichts. Wir passten uns da voll und ganz unserer Gastgeberfamilie an… Bei der Familie, die das Resort betreibt handelt es sich zwar um eine mindestens 5köpfige Familie, für die Arbeit (kochen etc.) hatten sie jedoch eine Angestellte. Sie selber lagen ebenfalls den ganzen Tag rum wie tote Fliegen :-).

Samoa Lektion 3: Mind the rat.

Montag, 14. April
Nach soviel Nichtstun starteten wir zurück auf der Hauptinsel mit unserem Sightseeingprogramm. Nach einem erfolglosen Tankstopp (Benzin war halt gerade alle), führte uns der Weg entlang der Südküste, vorbei an zahlreichen Stränden, zum „Te Sua Ocean Trench“. Hierbei handelt es sich um zwei, ca. 30 Meter tiefe Löcher nahe dem Meer. Durch einen Unterwassertunnel werden sie mit Meerwasser versorgt. Eine steile Leiter führt hinunter, wo man sich eine Erfrischung im gefühlt 25+ Grad warmen Wasser gönnen kann. Und ja, bei permanent um die 35 Grad Lufttemperatur kann man durchaus von Erfrischung sprechen… Obwohl dies eine der Hauptattraktionen auf Samoa ist, waren wir beinahe die einzigen Touris hier. Den Abend liessen wir dann in der vermutlich einzigen Beachbar in Samoa, am Vaiula Beach ausklingen. 20 Meter entfernt von unserem Fale. Mit Billardtisch. Und Hängematten. Und Jack Johnson. Und Bier (resp. Cola). Gut.

Samoa Lektion 4: Eine Beachbar kommt manchmal doch allein…

Dienstag, 15. April
Vorsatz für die neue Woche: Den Blog täglich nachführen. Das geht nämlich ziemlich schnell, und ist angenehmer, als wenn man am Schluss alles an einem Stück machen muss. Achso, die neue Woche hat gestern schon angefangen?! Jänu, lassen wir das mit dem Vorsatz…
Da wir morgens um acht aufgeweckt wurden („Boy! Girl! Breakfast is ready“), hatten wir den ganzen Tag Zeit, nichts zu tun ;)… Haben wir aber natürlich nicht gemacht! Morgens machten einen Badehalt bei einem Wasserfall, welcher einen herrlich kühlen Wasserpool hatte. Nachmittags war es dann an der Zeit sich wieder einmal ein wenig zu bewegen. Wir nahmen den rund 2 Kilometer langen Coastal Walk unter die Füsse. Bei brütender Hitze liefen wir der Küsre entlang und genossen die wunderschöne Aussicht auf die Klippen. Am Ende des Walks steht man mitten auf dem schwarzen Lavafeld, bei dem es zum Meer hin, die grossen Wellen an die meist überhängende Klippe schlägt und ins Landesinnere mit den grünen Pflanzen einen wunderbaren Kontrast bildet. Übernachtet haben wir diesmal in einem grossen Fale mit Balkon am perfekten weissen Sandstrand mit türkisblauem Wasser.

Samoa Lektion 5: ausschlafen ist hier nicht.

Mittwoch, 16. April
Heute stand die Überfahrt auf Savaii, die zweite Insel von Samoa auf dem Programm. Da wir gelesen hatten, dass es empfehlenswert sei, im voraus einen Platz auf der Fähre zu buchen, haben wir das auch getan. Einen ganzen Tag im voraus, online. Als wir dann am Fährenterminal ankamen, fand man leider keine Reservation. Die Fähre sei schon ausgebucht, wir könnten aber in der Schlange warten und auf no-shows hoffen. Das taten wir dann auch. Kaum sassen wir wieder im Auto, ging das verladen bereits los. Und als ob wir nicht schon genug Pech gehabt hätten, fuhr der Truck vor uns rückwärts in unser Auto. Auch das noch: eine riesige Delle auf unserer Motorhaube… Statt aber anzuhalten, legte der Gute den Vorwärtsgang ein und fuhr Richtung Fähre, als wäre nichts gewesen. Wir konnten ihn dann doch noch dazu bewegen, sich aus dem Truck zu begeben und den Schaden zu begutachten. Um das weitere Vorgehen zu klären, nahmen wir mit der Autovermietung Kontakt auf. Als erstes wurden wir daran erinnert, wie wir bei der Frage nach einer Selbstbehalts-Ausschluss-Versicherung wie immer verneint hatten („So en Seich bruchemer sicher nöd!“) und dass wir für den Schaden haftbar seien gegenüber der Autovermietung. Na toll. Immerhin einigten wir uns gemeinsam mit dem Truckfahrer, die Angelegenheit tags darauf im Büro der Autovermietung zu klären. Als wir ihn nach Name und Telefonnummer fragten wirkte er irgendwie verunsichert, und als er uns dann auch noch die falsche Autonummer angab (ganz blöd waren wir ja nicht und hatten vorgängig ein Foto von seinem Auto gemacht), wussten wir, dass er zum vereinbarten Termin nicht auftauchen würde. Dank ein paar hilfreichen Hafenangestellten fanden wir dann immerhin den Namen der Baufirma, zu dessen Flotte der Truck gehörte, sowie seinen Vornamen heraus… Nachdem er mit der Fähre abgehauen war, verschoben wir das Projekt Savaii. Da alle Fähren am Donnerstag und Freitag ausgebucht waren, reservierten wir eine Überfahrt für Samstag. Sei halt ein bisschen busy momentan, wegen Ostern. Jaaa genau, Ostern! Hatten wir komplett vergessen. Irgendwie sind Feiertage nur halb so interessant, wenn man keine Freitage dafür kriegt :).

Wir gingen also zuerst einmal zurück nach Apia. Dort beschlossen wir ein sich-den-Tag-verderben-lassen-Verbot (zusätzlich zum „Shit-es-goht-nuno-soundsolang-bismer-wieder-dihai-sind!“-Erwähne-Verbot). Nachdem wir in unserem Hotel eingecheckt hatten, machten wir einen kurzen Ausflug zum „Papapai-uta“-Wasserfall und gönnten uns eine Pizza beim Italiener… Nachts wurde unsere frisch gewaschene Wäsche dann von einem heftigen Regenguss erneut gewaschen, sodass sie am Morgen noch immer „pflotschnass“ war. Passte zum restlichen Tag.

Samoa Lektion 6: Nicht alle Samoaner sind nette, aufrichtige Menschen,…

Donnerstag, 17. April
Wie erwartet tauchte der Truckfahrer nicht auf zur vereinbarten Zeit. Die äusserst nette Dame bei der Autovermietung erledigte für uns aber ein gefühltes Duzend Anrufe und hatte am Schluss die Zusage der Firma, für den Schaden aufzukommen. Dieser war ausserdem erheblich günstiger als wir erwartet hatten: 480 Tala, was ca. 190 Fr. entspricht. Mit den guten Nachrichten und verbesserter Laune machten wir uns wieder auf den Weg zur nächsten Etappe unserer Mission „Uf all dene Inslene halt…“! Heutiges Ziel: Manono Island.

Die Insel liegt zwischen den beiden Hauptinseln und ist mit einer Halbstündigen Bootsfahrt erreichbar. Dort erwarteten uns bereits unsere Gastgeber. Total nette Leute, welche viel zu erzählen wussten.

Samoa Lektion 7: …die meisten aber schon!

Freitag, 18. April
Im Übernachtungspreis von 100 Tala (knapp 40 Fr.) pro Person waren nebst 3 Mahlzeiten und dem Bootstransfer, ein Schnorchelausflug inklusive. Das Angebot nahmen wir gerne an, zumal wir mangels Platz in unseren Rucksäcken kein Schnorchelzeug dabei haben. Auch wenn sich haufenweise Fische tummelten, die Zerstörung des Tsunamis, welcher die Inseln im Jahr 2009 getroffen hat, war nur allzu gut sichtbar!

Da wir uns in den Tagen zuvor kaum bewegt hatten (also schon, einfach mit dem Auto ;)…), beschlossen wir den Weg, der einmal rund um die Insel, vorbei an den 4 Dörfern, 7 Kirchen und dem einzigen Badestrand führt, unter die Füsse zu nehmen. Statt 1.5 Stunden wie im Reiseführer beschrieben dauerte unsere Wanderung 3 Stunden. Die heisse Nachmittagssonne zollte ihren Tribut, und wir wurden ausserdem unterwegs zu einer Kokosnuss eingeladen. Kaum waren wir zurück demonstrierten uns die Jungs der Familie den Umu, eine traditionelle Form von Ofen, mit dem die Samoaner unter anderem Palusami – von Taroblättern ummantelte Kokosnusscreme – sowie Breadfruit (heisst das Brotfrucht in deutsch?) zubereiten. Obwohl wir die einzigen Gäste waren, wurde alles liebevoll selbst zubereitet. Ein unglaublicher Aufwand! Mitten in der Nacht wurde Manuel von Patricia geweckt. Sie wollte nicht, dass er die riiiiiesen Spinne, welche sich im Bad heimisch gemacht hatte verpasst. Den selbst ihre thurgauer Langfinger reichen nicht aus, um die grösse der Spinne zu zeigen. Böse Zungen behaupten sie hätte einfach Angst gehabt… irgendwie verständlich!

Samoa Lektion 8: Breadfruit schmeckt wie Marroni. Findet Manuel. Patricia findet nicht.

Samstag, 19. April
Mit dem Boot setzten wir wieder auf ‚Upolu über, von wo aus wir die Fähre nach Savaii nahmen. Diesmal klappte alles wie am Schnürchen. Savaii ist die grössere der beiden Inseln und die grösste Vulkaninsel im Pazifik ausserhalb von Hawaii. Nachdem wir unser Fale direkt am Wasser bezogen hatten, war mal wieder Lesen angesagt, es begann nämlich genau dann zu regnen.

Samoa Lektion 9: auch im Paradies regnet es manchmal…

Sonntag, 20. April
Nachdem wir die rund 30minütige Autofahrt nach Manase zurückgelegt hatten, merkten wir dass etwas fehlte. Manuel hatte tatsächlich sein Portemonnaie in der letzten Unterkunft liegen gelassen. Kurz per Telefon nachgefragt hatten wir die Gewissheit: das Portrmonnaie lag noch im Fale, wo wir übernachtet hatten. Also fuhr Manuel zurück, und nahm das Portemonnaie in Empfang. Unglück im Glück: es fehlten 300 Tala, 120 Fr.! Das Pech scheint uns nun fast ein wenig an den Füssen zu kleben. Obwohl, das hier geht schon eher in die Kategorie Dummheit… Nachdem die Besitzerin der Fales standhaft beteuerte, dass sie nichts mit dem verschwundenen Geld zu tun hatte, blieb uns nichts anderes übrig, als uns ein erneutes sich-den-Tag-verderben-lassen-Verbot zu verordnen, den Strand zu geniessen und ein Bier zu trinken.

Samoa Lektion 10: Dummheit wird auch hier bestraft!

Montag, 21. April
Stell dir vor: Da hast du einmal an einem Feiertag Geburtstag, und dann bist du arbeitslos und kein Mensch zahlt dir Lohn. Echt fiese Situation ;)! Aber wir machten das Beste aus dieser misslichen Lage. Auf dem Weg zu unserer nächsten Unterkunft besuchten wir noch den Krater des von 1905-1911 aktiven Vulkans Mt Matavanu. Dass wir uns bei den je 20 Tala Eintritt nicht übers Ohr gehauen fühlten, lag dann aber mehr an ‚Da world famous Crataman‘ als am Krater selber. Crataman ist ein unterhaltsamer Typ, der für sein Dorf den Eintritt einkassiert. In seiner Freizeit, die reichlich vorhanden ist, gestaltet er Schilder, welche er dann entlang des 2.5 Kilometer langen 4WD-Weges hinauf zum Krater aufhängt. Ein lustiger Typ. Als wir später in der Vai-i-Moana Seaside Lodge angekommen waren, genossen wir vorerst mal das süsse nichtstun. Eine längere Regenpause nutzten wir, um mit dem Kayak auf die vorgelagerte Insel zu paddeln.

Danke an dieser Stelle für die zahlreichen Glückwünsche!

Samoa Lektion 11: Der Spruch: „aber ich han hüt Geburtstag“ zieht bei Patricia auch in Samoa nicht!

Dienstag, 22. April
Auf unserem Weg um Savaii stand wiedereinmal ein wenig Sightseeing an. Canopy Walk und Rock House waren die Empfehlungen aus dem Reiseführer. Für abermals 20 Tala pro Person rissen uns auch diese Sehenswürdigkeiten nicht vom Hocker. Allerdings kommen diese Eintrittsgelder, welche man hier oftmals auch für Strände zahlt, der zumeist armen Landbevölkerung zu Gute, nicht allzu tragisch also.
Viel ärgerlicher ist die Erkältung, welche sich bei Manuel breitmacht. Ja, richtig gelesen, Erkältung. Bei durchschnittlich 30-35 Grad tagsüber und mindestens 25 Grad nachts. Unfassbar sowas.

Samoa Lektion 12: Mindestens eine Erkältung pro Jahr ist bei Manuel immer fällig, auch wenn dieses bloss aus Sommer besteht!

Mittwoch, 23. April
Imposant hingegen waren die Alofaaga Blowholes. Eine ganze Serie von Blowholes, einige davon grösser als diejenigen, welche wir bis jetzt auf unserer Reise gesehen haben. Für (zusätzliche) 10 Tala warfen eine Gruppe Locals Kokosnüsse in das Haupt-Blowhole, genau in dem Moment bevor der nächste Wasserschub sie im hohen Bogen durch die Luft katapultierte (die Kokosnüsse, nicht die Locals).
Später statteten wir den Afu-A-Au Falls einen Besuch ab. Von einem Felsvorsprung wagten wir den geschätzt 10 Meter hohen Sprung ins kühle Nass am Fusse des Wasserfalls (Beweisfotos folgen). Den späteren Nachmittag verbrachten wir dann damit, eine Unterkunft zu suchen, nachdem die angepeilte Unterkunft die Preise gegenüber der Angabe im Reiseführer mal eben verdoppelt hatte.

Samoa Lektion 13: Inflation Samoa ungleich Inflation Rest der Welt…

Donnerstag, 24. April
Und bereits ist wieder Fähre angesagt… Noch kurz ein Souvenir am Markt ergattert und schon stand die Fähre bereit. Ein Nachmittagfüllendes Programm so eine Überfahrt: 12.45 Abfahrt beim Hotel, 14.00 geplante Abfahrtszeit Fähre, 14.15 effektive Abfahrtszeit, 15.30 Ankunft ‚Upolu, 17.00 Ankunft in Apia.

Samoa Lektion 14: nichts gelernt heute…

Freitag, 25. April
Heute ist wiedereinmal ein langer Tag. Er beginnt um 9 mit einem typisch samoanischen Frühstück (Papaya, Banane, Orangen, Lichy, etc. etc.). Da unser Flug auf 17.45 angesetzt ist, beschliessen wir keine grossen Stricke mehr zu zerreissen. So bleibt noch genügend Zeit, um sich wiedereinmal um den Blog zu kümmern… Dies ist etwas mühsamer geworden, da die extra angeschaffte Tastatur fürs iPad den Geist aufgegeben hat. Da wir heute wieder die Datumsgrenze überfliegen landen wir HEUTE um 0:15 in Honolulu, bleibt also noch genügend Zeit, heute was zu unternehmen.

Nach einem Tag Waikiki fliegen wir morgen dann nach Molokai, eine der wenigen Inseln in Hawaii auf der wir noch nicht waren. Nach einer Woche dort, ist dann nochmals eine Woche Oahu angesagt, bevor ihrwisstschon…

Fiji

Unser Flug von Neuseeland nach Fiji wurde um einen halben Tag nach hinten verschoben, was uns einen Tag im Flughafenhotel bescherte. War aber gar nicht so schlecht, vor lauter reisen war das planen der nächsten Destinationen ein wenig untergegangen. So haben wir den Bula-Pass, das Islandhopping-Schiffsticket in Fiji, gerade mal einen Tag vorher gebucht. Auch hatten wir noch keinen Plan welche Inseln wir überhaupt besuchen wollten. Ein Mietauto in Samoa war aber das einzige Ergebnis unseres Planungsnachmittages …

Als wir Tags darauf an Bord des Yasawa Flyers gingen hatten wir noch immer keine Unterkunft. Der Yasawa Flyer ist ein Katamaran, der die Yasawainseln abklappert und auf dem Weg bei rund 20 Resorts anhält und Passagiere auf-/ablädt. Das ganze ist allgemein eher auf junge Reisende ausgerichtet, inzwischen gibt es aber auch einige Resorts im “gehobenen Preissegment”. Wie dem auch sei, an Bord des Katamaran gibts auch ein Booking Office, wo man die Unterkünfte buchen kann. Wir haben geplant, die Inseln von unten nach oben abzuklappern, da das erste Resort welches wir geplant hatten, jedoch bereits ausgebucht war, drehten wir den Spiess um und fingen oben an. Somit wurden wir nach fünf Stunden Schifffahrt herzlich im Blue Lagoon Resort auf Nacula Island empfangen.

Zwar sprengte die Unterkunft unser Budget, aber schliesslich haben wir ja Ferien… Das Resort bietet Unterkünfte vom Dorm bis zu Luxusvillen und so entsteht ein interessanter Mix an Feriengästen. Wir hatten zwei Nächte in einer Lodge gebucht, da das Blue Lagoon jedoch alles hatte was man sich so wünscht, verlängerten auf vier Nächte. Für die letzte Nacht war keine Lodge mehr frei, worauf wir ein Zimmerupgrade erhielten. Einen Schritt die neue Garden Villa (mit genialem Outdoorbadezimmer) und für uns stand fest, hier bleiben wir noch länger, koste was es wolle. So blieben wir schlussendlich eine Woche lang dort hängen. Ein durchschnittlicher Tag sah dann in etwa so aus: aufstehen, Frühstück, Liegestuhl, Mittagessen, Liegestuhl, Aktivität (Standup-Paddel, Strandspaziergang, Buchzeichen flechten, ein Bier trinken oder fischen), Kava trinken, Abendessen, Abendprogramm, schlafen… Bei den Abendprogrammen haben wir regelmässig abgeräumt: 3. Platz beim Crabracing, Patricia liess die gesamte Konkurrenz im Limbo-Contest alt aussehen (=1 Champagnerflasche), beim anschliessenden Ballonpaartanz gabs dann gleich die zweite Flasche, und beim 2. Crabracing (ja, das Abendprogramm beginnt sich dann irgendwann zu wiederholen…) holte unser Superkrebs doch glatt den 1. Platz. Auch sonst war uns das Glück treu, beim Fischen biss bei Manuel tatsächlich einer an. Der Preis diesmal hiess frischer Fisch zum Mittagessen. Da die Bedienung darauf bestand, dass er trotzdem noch was von der normalen Karte bestellt (Vollpension halt), musste der arme Tropf zwei Portionen essen. Er wäre beinahe geplatzt… Allgemein war das Essen unglaublich gut, ich glaube wir haben etwas zugenommen… Manuel hatte sich nämlich unter anderem mit dem Küchenchef angefreundet und somit gab es eines Abends nur für uns zwei, ein Schoggimousse zum Dessert!

Zweiter und letzter Stopp auf unserem Inselhopping, das so seinen Namen irgendwie nicht verdient hat (wir haben Leute getroffen, die waren jeden Tag irgendwo anders) war die Naqalia Lodge. Ein klassischer Familienbetrieb, mindestens soviele ‚Angestellte‘ wie Gäste, und alle miteinander verwandt… Dies war weniger Hotel als das Blue Lagoon, dafür etwas mehr Fiji. Das merkte man bereits bei der Ankunft: das Boot, welches uns vom Yasawa Flyer abholte, lag auf der 10-Minütigen Fahrt 3 mal ab, und ca. 50 Meter vor dem Strand ging das Benzin dann endgültig aus :). Die zwei Tage, haben wir mit Volleyball spielen und fischen verbracht. Auch das war wiederum von Erfolg gekrönt, Manuel’s Team gewann das Turnier. Patricia konnte leider nicht mitmachen, da ihre Hand, aus welchen Gründen auch immer, ganz blau und violett war vom Spiel am Vortag. Das Fischen verlief etwas stürmisch. Kaum waren wir mit unserer Nussschale von Boot auf dem offen Meer, zogen dunkle Wolken auf und es begann heftig zu winden. Wir liessen uns jedoch nicht davon abhalten, unsere Silchfäden mit Hacken am Ende ins Wasser zu schmeissen. Als die Wellen immer grösser wurden, bekamen die Fische Freude daran und vergnügten sich etwa 10 Meter von unserem Boot entfernt an der Wasseroberfläche. Gegen die 30 Fische sprangen immer und immer wieder aus dem Wasser und tauchten in die Wellen. Wir kamen uns nur ein klein wenig verarscht vor…. Am Ende erwischte jedoch jeder von uns einen Fisch und als die Wellen grösser als unsere Nussschale wurden, entschieden wir uns wieder auf die Insel zurück zu kehren.

Und zack, waren unsere 10 Tage Fiji schon wieder vorbei. Und wir sind am 11. April, genau einen Monat vor unserer Heimkehr (sniff), in Samoa gelandet.

Neuseeland

Im weiten Bogen, kamen Lilli und Röbi (alias Moses) aus der Schweiz geflogen.
Lilli war kreidenbleich, so lange fliegen ist halt schochli en Seich.
Wohin denn nun mit den beiden Touristen, das kleine Auto ist ja schon voller Bierkisten?!
So ein Camper abholen kann ganz schön lange dauern, muss man doch zuerst noch so ein doofes Video schauen.
Ein Führerschein hat kaum Gewicht, deshalb hat man ihn auch immer dabei, oder nicht?
Patricia darf den Camper jetzt nicht fahren, da ihre Dokumente im Hotel waren.
Raglan war unser erster Halt, duschen mussten die Neuankömmlinge leider kalt.
Spaghetti Carbonara gabs zu Essen, da war das kalte Wasser schnell vergessen.
Auf eine Glühwürmchentour in den Waitomo-Höhlen gings mit einem Lastwagenschlauch, und reimen ist einfach uuu hueren anstrengend.

Die Tour war super, auch wenn es sicherlich angenehmere Dinge gibt, als bei 15 Grad in einen nassen Neopren-Anzug zu steigen. Mit warmer Suppe und einem Bagle versorgt ging es weiter Richtung Rotorua. Wir übernachteten auf einem schönen Campingplatz mitten im Nirgendwo. Lilli hat es so gut gefallen, sie wäre beinahe geblieben. Tags darauf begrüsste uns Rotorua mit einem Geschmäcklein, dass irgendwie an faule Eier erinnerte. Nicht etwa Manuels Bierfürze, sondern vielmehr der Schwefel, welcher in diesem vulkanischen Gebiet in unzähligen (heiss blubbernden) „Schlammbädern“ zu Tage geführt wird, ist dafür verantwortlich. Ein bisschen ausserhalb der Stadt, hat dann unser Äktschn-Programm begonnen: Mit der Gondel auf Rotoruas Hausberg, wo wir uns einige heisse Rennen in einer Mischung aus Rodeln und GoKart geliefert haben. Dabei wurde Röbis Ellbogen bei einem seiner drei Crashes ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen. Zum Abschluss gab es für Röbi, Patricia und Manuel einen Skyswing. Dabei wird ein Dreiersessel ähnlich wie eine Steinschleuder aufgezogen und „abgefeuert“.

Weiter ging das Action-Programm Tags darauf mit dem ogo, einer Plastikkugel, in welcher man alleine, zu zweit oder zu dritt den Hang runter rollt. Lustig wars, und vorerst blieb Röbi unversehrt. Dies änderte beim anschliessenden McCafe-Besuch, wo heisser Kaffee eine Brandwunde auf seinem rechten Arm hinterliess. Es war an der Zeit, „den Alten“ (frei nach Bruno Wallimann), ein wenig zu schonen…

Nach einigen Tagen Wandern und Baden wollten wir es am 9.3. in Taupo wieder einmal mit Action, in diesem Fall einer Quad-Tour versuchen. Ob jemand erleichtert war, dass die Anbieter am Sonntag nicht arbeiten, entzieht sich der Kenntnis des Schreibers. Keine Action also an diesem Sonntag. Nach einem weiteren „Autofahren-mit-Badestopp-Tag“ gings am 11. März auf die Südinsel. Unser erster Stopp auf der Südinsel war in Kaikoura, wo wir auf einem Freedom Camping direkt am Meer übernachteten. Wir waren wieder einmal froh, hatten wir noch ein kleines Auto nebst unserem Camper, regnete es doch am Abend in Strömen und das WC war einen halben Kilometer von unserem Stellplatz entfernt… Das Wetter wurde bereits Tags darauf wieder besser, als das beinahe obligate Whale-Watching auf dem Programm stand. Mit dem Katamaran ging es in rasantem Tempo aufs offene Meer hinaus. Einige Kotztüten wurden mit entsprechendem Inhalt gefüllt, uns alten Seebären konnten die paar Wellen aber nichts anhaben ;)… Wir hatten Glück und sahen nebst einem „Sperm whale“ (keine Ahnung wie die auf Deutsch heissen) jede Menge Delphine.

Nächster Programmpunkt war Christchurch. Reiseführerin Patricia hatte eine gemüntliche Kajakfahrt für uns geplant. Das ganze war wohl als Teambildungsanlass gedacht, dieses Ziel wurde aber im Fall des Senioren-Teams nicht ganz erreicht… Nur soviel, das Schweizer Team an der nächsten Kajak-Weltmeisterschaft heisst wohl nicht Erni/Erni… Aber zurück zu Christchurch: Die Stadt leidet immernoch unter den Folgen des Erdbebens vor drei Jahren. Schwer vorstellbar, wie viel Arbeit der Wiederaufbau benötigt. Noch immer sind ganze Quartiere unbewohnbar, die Innenstadt besteht aus wenigen Gebäuden von welchen die meisten wegen Einsturzgefahr abgesperrt sind.

Schöner war die Rundfahrt auf der Banks Penisula, eine Halbinsel südlich von Christchurch mit herrlichen Badebuchten und einer wunderschönen Landschaft, die man von der „Summit Road“ (Gipfelstrasse) bewundern kann. Nach einem Nachmittagsstopp im gemütlichen Hafenstädtchen Akaroa (mit einer Meeresfrüchteplatte vom Feinsten), hiess unser nächster Halt Leeston. In Leeston wohnt Eric Harder alias Hardy mit seiner Familie, ein Zimmermann aus Wallenwil, der auf der Walz in Neuseeland „hängen geblieben“ ist. Seit dem Erdbeben hat er als Zimmermann alle Hände voll zu tun. Er zeigte uns die Gegend, in der er seit drei Jahren ein Haus nach dem anderen wieder aufbaut und trotzdem sehen ganze Quartiere immer aus noch wie eine Geisterstadt. Die Arbeit wird ihm in den nächsten Jahren nicht ausgehen, traurig aber wahr. Später widmeten wir und einem fröhlichen Thema, dem Fussball. Die Mannschaft in der Hardy als Goalie spielt, hatte an diesem Wochenende ein Spiel, welches wir besuchten.

Am Sonntag 16. März ging unsere Reise weiter, Ziel war Queenstown, die Actionstadt schechthin! Wir liessen uns nicht zweimal bitten und starten gleich mit einer Jetboat Tour auf dem Shotover River. In einer rasanten Fahrt ging es eine halbe Stunde den Fluss rauf und runter, nur Zentimeter an den Felswänden vorbei, 360-Grad-Drehungen auf engstem Raum inklusive. Ein bisschen ungewohnte Action gab es bei der anschliessenden Fahrt ins Stadtzentrum, als uns nach einer Kurve ein Fahrzeug auf unserer Spur entgegen kam. Offensichtlich ein Tourist, der sich noch nicht ans Linksfahren gewöhnt hatte. Um ein Haar hätte es geklöpft…

Nach einer Übernachtung am Moke Lake, einige Kilometer ausserhalb von Queenstown, ging der nächste Tag für Manuel und Patricia früh los: Mission Bungyjump… In Queenstown wurde das Bungyjumpen erfunden, also eigentlich ein Muss wenn man schonmal hier ist. Neben dem „normalen“ Sprung von einer Brücke 50 Meter in die Tiefe und einem Sprung aus einer Seilbahngondel stand der Nevis Jump aus einer 134 Meter über dem Boden hängenden Kabine im Angebot. Nach dem Motto „Wennschodennscho“ entschieden wir uns für letzteren. Ein einmaliger Kick war es, sich aus dieser Höhe in die Tiefe zu stürzen. Noch immer ein wenig im Adrenalinflash machten wir uns anschliessend wieder zu viert auf den Weg nach Milford Sounds. Etwa auf halbem Weg hatten wohl die 3 Japanerinnen, welche unser Äuteli und unseren Camper überholten, einen leicht erhöhten Puls: Da sie das auf der Gegenfahrbahn entgegenkommende Auto übersahen, ging ihnen der Platz aus und sie kamen ins schleudern, direkt vor unserem Camper. Glücklicherweise kam nur ihr Auto zu schaden. Für uns ging es nach kurzer Pause weiter.

Der Bootsausflug nach Milford Sound tags darauf fiel quasi ins Wasser. Dies für einen Bootsausflug nicht so tragisch, schliesslich zählt schwimmen zu den Hauptfähigkeiten von Booten. Somit fand der Ausflug bei strömenden Regen trotzdem statt… Vorbei an dramatisch abfallenden Klippen, unzähligen Wasserfällen, Robben und von Wolken bedeckten Bergspitzen tuckerte unser Schiff. Patricia und Lilli verbrachten die meiste Zeit im Schiffscockpit (jo ich weiss, das heisst andersch, aber deutsche Sprache schwere Sprache. weeisch), wo sie mit dem Kapitän Freundschaft geschlossen hatten, während Röbi und Manuel hauptsächlich Kaffeeschlürfend in der warmen Schiffsstube sassen (für etwas hat’s ja Fenster).

Kaum waren wir aus Milford Sound weg, war das gute Wetter wieder zurück, dass uns fortan begleitete. Entlang der Westküste ging unser Weg danach wieder nordwärts. Quasi im Vorbeigehen besichtigten wir den Gletscher in Franz Josef und die Pancake Rocks in Punakaiki. Vor allem letztere waren ziemlich eindrücklich.

Im Norden der Südinsel angelangt beschlossen wir mal wieder eine Wanderung zu unternehmen. Mit dem Wassertaxi wurden wir in den Abel Tasman Nationalpark gebracht, wo wir eine 4-Stundenwanderung vor uns hatten bevor wir gegen Abend in einer anderen Bucht wieder abgeholt wurden. Die Wanderung führte uns vorbei an zahlreichen Buchten und Stränden. Kurz vor Schluss teilte sich der Pfad in einen „Ebbeweg“ (40 Minuten) und einen „Flutweg“ (1 Stunde 50 Minuten). Da gerade Flut war, war der Ebbeweg knapp 1.5 Meter unter Wasser. Da wir zwar Moses dabei hatten, dieser aber das Wasser nicht teilen konnte, musste eine andere Lösung her. So wurden kurzerhand die Badehosen montiert und die Rucksäcke auf dem Kopf durch das Wasser getragen. Dank der eingesparten Zeit konnten wir anschliessend ein wenig am herrlichen Sandstrand in der Anchorage Bay relaxen, bevor wir abgeholt wurden.

Am 25. war dann bereits wieder die Fähre zurück auf die Nordinsel angesagt. Dank der spät angesetzten Abfahrtszeit (19 Uhr) blieb noch Zeit für eine kurze Nelson-Besichtigung und eine etwas längere Quadfahrt, bevor wir bei ziemlichem Wellengang auf die Nordinsel übersetzten.

Da wir uns auf der Südinsel ziemlich viel Zeit gelassen hatten, war dann auf der Nordinsel vor allem fahren angesagt, damit wir rechtzeitig am 30. März wieder in Auckland waren. Trotz der längeren Autofahrten, machten wir immer mal wieder eine Pause um auf die Toiletten zu gehen. Einmal da ging es Röbi aber zu lange und er stoppte mitten im nirgendwo. Plötzlich ertönte über den Funk ein Hilferuf der beiden, als wir zurückfahren, finden wir sie am Strassenrand zusammen mit einem Polizisten wieder! Nicht etwa weil Röbi sein Geschäft nicht ordnungsgemäss verrichtet hatte, sondern weil er nach dem Stopp wieder zu uns aufschliessen wollte, etwas zu schnell wie der Polizist fand. Dieser hatte genau so viel Sinn für Humor, wie ein Stück Holz und fand es gar nicht witzig, dass die beiden kein Wort mit ihm sprachen, seine Stimmung wurde auch mit unserer Übersetzungshilfe nicht wirklich besser und so nahmen wir stillschweigend den Straffzettel entgegegen und fuhren weiter.

Und dann war da noch…

…Die Geschichte mit den Reifen…

Es war einmal ein Reifen, dessen Name war Hankook. Gemeinsam mit seinem besten Freund, Hankook II, hatte er schon mehrere Jahre an der linken Hinterseite des VW Crafter Wohnmobils der Apollo gedient. Seine besten Tage waren bereits vorüber, was ein Kennerauge sicherlich schnell erkennt hätte. Die vier Touristen, welche an diesem Tag den Camper in Empfang nahmen hatten keine Kenneraugen, und mit der Bemerkung „So en Seich bruchemer sicher nöd“, winkten Sie bei der Frage nach einer Reifenversicherung ab. So kam es, dass sich Hankook, der alte Haudegen, und sein Freund Hankook II mit den vier Schweizern auf die Reise machte. Doch schon nach wenigen Tagen war bei Hankook die Luft draussen. Vermutlich schon bei der Camper-Übernahme sorgte ein kleines Loch dafür dass Hankook kontinuierlich ein wenig Luft verlor.

Fortan war alle 4-5 Tage ein Luftnachfüllstopp für Hankook angesagt. Dank dieser Sonderbehandlung blühte der alte Haudegen sichtlich auf und spuhlte fortan zuverlässig seine Kilometer ab. Doch dann kam der 27. März. 3 Tage bevor Hankook und Hankook II in die wohlverdienten Wellnesferien hätten gehen können, geschah es. Unterwegs auf einer Schotterstrasse drang auf einmal folgendes Geräusch in die Fahrerkabine: „pfffffffffffffff-fffttt-fffttt-fttt-ftftftftftftftft“…

Ein Stein beendete das Leben von Hankook II… Doch damit nicht genug. Der arme Hankook, welcher ja sowieso bereits angeschlagen war, brach unter der Last, die er nun alleine zu tragen hatte sogleich auch zusammen.

Alles halbso schlimm dachten die vier Camper: Rad abschrauben, mit Äuteli in die 10 km entfernte Ortschaft fahren, flicken lassen, wieder anmontieren, fertig. Leider war aber das Werkzeugset des Campers nicht komplett, sodass die Radmuttern nicht gelöst werden konnten. Es musste also ein Plan B her, der dann wie folgt aussah: Apollo anrufen, Reifen wechseln lassen, fertig. Nur war das mit dem anrufen nicht soo einfach, da man hierfür erstmal Empfang braucht. Neuer Plan, Plan C: Ein paar Kilometer Richtung Opotiki fahren bis man Empfang hat, anrufen, Reifen wechseln lassen.

Allerdings hatte keiner der Camperfreunde eine Neuseeländische Telefonnummer, was das anrufen auf eine Neuseeländische Gratisnummer verunmöglichte. Plan D: (Ein paar Kilometer Richtung Opotiki fahren bis man Empfang hat, feststellen dass man nicht anrufen kann), weiter Richtung Opotiki fahren, an eine Türe klopfen, mit Telefon von Anwohner anrufen, Reifen wechseln lassen, fertig.

Nach einer Viertelstunde telefonieren stand Plan D1 fest: (Ein paar Kilometer Richtung Opotiki fahren bis man Empfang hat, feststellen dass man nicht anrufen kann, weiter Richtung Opotiki fahren, an eine Türe klopfen, mit Telefon von Anwohner anrufen,) warten bis am nächsten Morgen auf den Road Service, Reifen wechseln lassen, fertig.

Immerhin waren die vier Touristen an einem günstigen Ort stehen geblieben, wo sie den Camper über Nacht stehen lassen konnten. Glaubten sie zumindest, bis der Schulbus am nächsten Morgen lautstark ihnen mitteilte, dass dies eigentlich sein Wendeplatz ist. Nachdem um 11 Uhr alle ausgeschlafen waren, entstand dann Plan E: (Ein paar Kilometer Richtung Opotiki fahren bis man Empfang hat, feststellen dass man nicht anrufen kann, weiter Richtung Opotiki fahren, an eine Türe klopfen, mit Telefon von Anwohner anrufen, warten bis am nächsten Morgen auf den Road Service,) beim nächsten Haus anklopfen, nochmals anrufen, warten, Reifen wechseln lassen, fertig.

Tatsächlich war eine Stunde später Hilfe zur Stelle. Hankook und Hankook II wurden abgeschraubt und abtransportiert. Wer glaubt, dass wir damit so gut wie gerettet waren, der hat die Rechnung ohne unsere beiden Hangkooks gemacht. Diese Reifengrösse gab es leider nicht in Opotiki und so mussten sie per Truck aus der nächst grösseren Stadt angeliefert werden. Gut das uns dies unser Servicemann nicht mitteilen konnte, da wir ja bekanntlich kein Empfang hatten und so verbrachten wir den ganzen Nachmittag mit warten und etlichen Spielen. Kurz vor Feierabend klappte es dann doch mit den neuen Reifen. Wir mussten dann nur noch nach Opotiki fahren, um die saftige Rechnung zu begleichen…

…und wenn sie nicht gestorben sind, warten sie noch heute…

wie bei jeder guten Geschichte sind auch hier gewisse Dinge etwas übertrieben geschildert. Nach 23 Stunden waren wir wieder abfahrbereit, und unser Platz wo wir die Wartezeit spielend und schwimmend verbrachten lag direkt an einem Fluss… Dank des herumtelefonieren bei fremden Leuten, lernten wir auch zwei Einheimische kennen. Sie emphielten uns, nachdem unser Camper wieder im Schuss war, ein etwas abgelegenes Nachtlager. Nichts wie hin, dachten wir und landeten schliesslich in einem beinahe ausgetrockneten Flussbett. Herrlich diese Ruhe hier, bis zum nächsten Morgen jedenfalls, als diverse Autos durch das Flussbett hindurchfahren wollten und wir ihnen mitten im Weg standen. Wir realisierten, dass wir hier auf einer ganz normalen Zufahrtstrasse standen, also nichts wie umparkieren und weiterschlafen. Nach zwei weiteren Stunden Schlaf wurden wir von einen um uns kreisenden Quadfahrer geweckt. Als Lilli sah, dass er ein Gewehr bei sich hatte (zu seiner Verteidigung, es ist gerade Jagdsaision) machten wir uns aus dem Staub und beschlossen unser Frühstück an einem anderen Ort zu geniessen.

Insgesamt waren die 4 Wochen Neuseeland ein voller Erfolg, und auch Lilli und Röbi genossen ihre Ferien. Neuseeland ist eine Traumdestination für jeden Camper, und auch das Wetter war erstaunlich mild.

Inzwischen sind die beiden wieder zu Hause und wir liegen wiedermal an einem Südseestrand, in Fiji diesmal. Hier werden wir bis am 11. April bleiben bevor unsere Reise in den letzten Monat geht. Diejenigen die auf Fotos warten, müssen wir leider weiter vertrösten… (Schuld ist ein defektes Verbindungskabel) Spätestens am 11. Mai, wenn wir wieder zurück sind, können sämtliche Fotos (und wir natürlich auch) bei einem Brunch ab 10.00 Uhr an der Brühlstrasse 8 in Aadorf begutachtet werden… Termin vormerken, wir vermissen euch nämlich auch (es bitzeli) :).

Cook Islands & French Polynesia

Samstag, 8. Februar
Mit Ach und Krach haben wir gestern den Blogeintrag im McDonalds in der Nähe unseres Hotel dem Ibis Budget hochgeladen. Zwar war das Hotelzimmer budget, das W-Lan kostete aber 25% einer ganzen Übernachtung (Zimmer), pro Stunde und Person. Da erscheinen einem die Roaming-Preise der Swisscom auf einmal wieder ganz human, aber ich schweife ab. Auf jeden Fall fanden wir zwischen Abräumstation und dem „Caution Wet Floor“-Tafellager im Mc ein gratis WLAN, dass sogar zwischendurch mal funktionierte und alle paar Minuten wiedereinmal ein paar Bytes hin und herschickte. Voller Einsatz für unsere fleissigen Blogleser 😉
Heute Morgen der Start in unser erstes Südsee-Abenteuer. Natürlich sind wir wie immer viel zu früh am Flughafen, aber wir haben heute sowieso nichts besseres vor. Beim Security-Check dürfen wir dann noch schnell die 0.75 Liter-Wasserflasche austrinken, die Patricia völlig vergessen hat zu leeren. „Austrinken oder ich muss die Flasche beschlagnahmen“, meint der Sicherheitsbeamte voller Freude über sein vermutlich erstes Erfolgserlebnis heute. Was für ein Anfängerfehler, mit der vollen Wasserflasche durch die Sicherheitskontrolle 🙂 Leider ist es keine Petflasche, sondern die „heilige“ (die Geschichte wieso diese Flasche heilig ist, würde den Rahmen sprengen) Flasche von Patricia, also hiess es austrinken, sofort! Nach einer gefühlten Ewigkeit flimmert endlich der Safety-Video über unsere Bildschirme, Ferienfeeling kommt auf. Gäbe es einen Oscar für den besten Safety-Video ginge der mit Sicherheit an die Air New Zealand. Statt schlecht gezeichneten Comicfiguren ist der Film ganz im Herr der Ringe Stil aufgemacht, sogar Peter Jackson hat seinen Auftritt, sauglatt. Flugzeit 3.5 Stunden, perfekt für einen Film mit Essenspause.

Freitag, 7. Februar
Der aufmerksame Blog-Leser hat’s gemerkt: noch bevor wir abgeflogen sind, befinden wir uns im Landeanflug auf Rarotonga, Cook Islands. Irgendwie komisch, das mit der Datumsgrenze… Das mit dem Landeanflug ging dann aber für einmal nicht so schnell. Kurz bevor wir auf die Landebahn aufsetzten, startete der Pilot das Flugzeug durch. Juhui, ein gratis Inselrundflug. Die Freude über den herrlichen Ausblick hält aber nur kurz an… Was zum Henker veranlasste den Piloten zum durchstarten im Landeanflug? Das Wetter perfekt, übermässiger Flugverkehr konnte wohl auch nicht der Grund sein, hier landen kaum 10 Flugzeuge pro Tag… Dann eben eine Zusatzschlaufe denken wir, und in diesem Moment merke ich, dass das Wasser inzwischen den Weg in meine Blase gefunden hat. Ziemlich doofes Timing: ein halber Liter Wasser versus eine Blase mit dem Fassungsvermögen einer Espressotasse. Verdammte Wasserflasche! Während der zweiten Zusatzschlaufe klärt uns der Pilot auf, ein technisches Problem, wie Patricia vermutet hat. Man könne trotzdem landen, halt einfach mit ein wenig mehr Tempo. Ich habe derweil ganz andere Probleme, an deren Ursprung die Sicherheitskontrolle in Auckland steht… „Wir fliegen bestimmt nochmals eine Schlaufe, bis die Feuerwehr bereit steht“, meint Patricia. „Leck mich am A****“, denke ich und erinnere mich an den Pinkel-Vorfall von Gerard Depardieu, während unser Flugzeug zur dritten Schlaufe ansetzt. Ich verfluche die Wasserflasche ein weiteres mal und stehe auf….!! Die Landung verläuft schlussendlich ganz entspannt, nicht nur wegen der entleerten Blase… Wie eine Wand schlägt uns das tropische Klima beim Aussteigen entgegen. Beim einzigen Gepäckband des Flughafens spielt ein älterer Herr auf einer Ukulele. Ferienfeeling pur. Kaum haben wir unser Gepäck abgeholt sitzen wir auch schon im Shuttle zu unserer Unterkunft. In der Hitze des Gefechts konnten wir nicht einmal den Bancomaten anzapfen und uns ein paar Neuseelanddollars besorgen. Der nächste Geldautomat ist von unserem Unterkunft einige Kilometer entfernt…

Dienstag, 11. Februar
Ruckzuck sind unsere 4 Tage in Rarotonga bereits wieder vorüber. Unser Flug geht erst am Nachmittag, und so beschliessen wir, mit dem Bus zur Polizeistation im Dorf zu fahren, um den Cook Islands Führerschein zu machen. Schliesslich möchten wir in Aitutaki wiedermal einen Roller mieten. Auf Aitutaki gibt es, anders als in Rarotonga keine ÖV (ÖV heisst in Rarotonga zwei Busse pro Stunde, einer im Uhrzeigersinn, einer im Gegenurzeigersinn). Im Bus stellen wir fest, dass ein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt, er ist gestopft voll mit deutschsprachigen Touristen. Die Dame vor uns merkt schnell, dass wir ebenfalls Schweizer sind.
Sie so: „Und wie lang sind ihr scho do?“
Mir so: „4 Täg und selber?“
Sie so: „Nur hit, mir si mitem grosse Schiff do“
Mir so: „Soso, s grosse Schiff, ähä. E Chrüzfahrt also? Wo sinder denn scho xi und wohi gohts?“
Sie so: „Jäjooo, gend nach Auckland. Sind in Französisch Polynesie gsi“
Mir so: „Aha. Gömmer auno. Demfall erst agfange? Oder suss no eswo xi?“
Sie so: „Nei mir si scho 3 Wuche unterwegs?“
Mir so: „Aha, 3 Wuche, und wo sinder denn suss no xi?“
Sie so: „Uf all dene Inslene halt…“
Mir so: „Aha. All dene Inslene.“

Ich stelle vor, de Running Gag vode nöchste paar Täg: „All däne Inslene halt“. Älai in Franz. Polynesie gits knapp hundert Inslene, elendi Rollkoffertouriste!! Wobei die ältere Dame hinter uns auch nicht schlecht war, als sie etwas später ausstieg und meinte: „Schade, dass der Busfahrer nie angehalten hat für Fotos“. Ich stelle mir den St. Galler Stadtbus vor, wie er mal eben schnell mitten auf der Strasse 10 Minuten anhält, damit die Touristen ein paar Fotos machen können. Ausserdem verschiebe ich „eine Kreuzfahrt machen“ von meiner imaginären ToDo-Liste auf die imaginäre „Vielleicht irgendwann mal“ Liste und die Rollkoffertouristen auf der imaginären Hassliste auf Platz 1, direkt vor die Manderindli mit Kernen.
Nun aber zurück zum Führerschein, denn wir bei der Polizeistation machen wollen. Da wir auf Rarotonga keinen Roller gemietet haben, können wir den praktischen Test nicht absolvieren und somit gibs auch keinen Führerschein. Wir könnten den auch noch auf Aitutaki machen… Also machen wir uns auf den Weg in Richtung Flughafen, der 2.5 Kilometer entfernt liegt. Zum guten Glück wiegen unsere Rucksäcke inzwischen nicht bereits gegen die 20 Kilo und die Temperatur beträgt weniger als 30 Grad. Ah, Moment… Doch wärmer als 30 Grad, Rucksäcke doch gegen die 20 Kilo… Gottseidank hat ein Einheimischer erbarmen mit uns und bringt uns mit seinem Pickup zum Flughafen. Mit dem bisher kleinsten Flugzeug unserer Reise gehts nach Aitutaki. Dort angekommen sind wir irgendwie die einzigen, die nicht von unserem Hotel abgeholt werden. Eine Viertelstunde später klappts dann doch noch, Islandtime halt, dafür gibts zur Begrüssung Lei’s (Blumenkränze) und eine kühle Kokosnuss.

Mittwoch, 12. Februar
In der Ferne sehen wir das Kreuzfahrtschiff von gestern. Wir haben mit denen gerechnet, schliesslich gehen sie ja auf alle Inseln. Wir gehen erst mal gar nirgends hin. Wir bleiben am Hotelstrand und sind froh, dass es hier keinen Bus gibt, der evtl. genau an diesem Strand einen Fotohalt macht. Erholung pur. Schön.

Donnerstag, 20. Februar
UNFASSBAR! Unsere neun Tage in Aitutaki sind bereits wieder vorüber. Auch wenn uns Rarotonga schon super gefallen hat, Aitutaki ist einfach noch eine Steigerung. Die Menschen sind super-freundlich und man fühlt sich hier irgendwie mehr als Gast und nicht als Tourist. Die meisten Unterkünfte sind in Familienbesitz und auch sonst herrscht eine total familiäre Atmosphäre. Die vergangenen 9 Tage haben wir mehrheitlich nichts gemacht. War auch gar nicht nötig, schliesslich hatten wir ein Bungalow direkt am Sandstrand. Zwischendurch mal mit unserem gemieteten Roller ein wenig durch die Gegend fahren, eine Island Night mit Buffet und einheimischen Tänzen geniessen, Rugby schauen mit der halben Insel, sowie ein Lagooncruise waren unsere einzigen Aktivitäten. Vor allem Letzteres war ein absolutes Highlight. Kurz vor unserem ersten Schnorchelgang, warf unser Guide etwas Toast ins Wasser und ruckzuck wurde es von 1.5 Meter grossen Fischen zerfetzt. Mit breitem Grinsen meinte er, weisse Hautfarbe ist gleich wie weisser Toast, viel Spass beim schnorcheln 🙂 Wir genossen die Unterwasserwelt und die einsamen Inseln, welche wir an diesem Tag besuchten.
Eigentlich haben wir gehofft, hier nochmals einen Kite-Anlauf zu starten, aber der Wind blieb leider komplett aus. Wir müssen also zwangsläufig nochmals vorbeikommen…. Einen lokalen Führerschein mussten wir dann übrigens nicht machen. Der Polizeichef sei sehr launisch und meistens sowieso betrunken, solange wir keinen Unfall bauen sei das schon okay so :).
Etwas wehmütig steigen wir heute in einen noch kleineren Flieger, 15 Plätze, zurück nach Rarotonga, von wo es nach Tahiti, Französisch Polynesien weitergeht. Noch schöner kanns dort nicht sein…

Und hier noch eine kleine Geschichte, welche ich speziell Kevin widmen möchte (Insider…). Aber sie wird zweifellos auch alle andern erfreuen, die irgendwie finden, dass wir das alles eigentlich garnicht so richtig verdient haben ;). Am letzten Morgen auf Aitutaki bin ich extra um 5.45 aufgestanden, damit ich auf den Berg „ufentschalpen“ kann für den Sonnenaufgang. Soll ja schön sein, so ein Sonnenaufgang. Patricia hat wohl schon ein paar Sonnenaufgänge mehr gesehen als ich und blieb deshalb liegen. Nach einer Woche nichts tun dachte ich mir also so: „Komm, ich quäl mich mal wieder ein bisschen.“. Natürlich wurde ich um 5.55, direkt nachdem ich losgelaufen bin schon ein erstes mal verregnet. Das hat mich natürlich überhaupt nicht genervt, schliesslich hat ja Morgenstund Gold im Mund, angeblich. Als ich um 6.15 oben angekommen bin haben sich die Wolken ein wenig verzogen. 20 Minuten zu früh aufgestanden, Sonnenaufgang ist erst um 6.35…. Gerade als sich am Horizont so langsam das erste Licht bemerkbar macht, sehe ich wie sich von rechts eine heftige Regenwolke nähert. Pünktlich um 6.30 ist diese dann auch bei mir angekommen. Wie ein begossener Pudel, um bei den Sprichwörtern zu bleiben, stand ich also da und hoffte, dass sich die Wolken verziehen und ich doch belohnt werde. Wurde ich nicht, um 6.50 brach ich die Expedition ab. Fazit: Morgenstund hat Manderindli im Mund, mit Kernen.

Freitag, 21. Februar
Nach einer Nacht in Tahiti gehts heute weiter nach Raivavae. Raivavae liegt rund 2.5 Stunden südlich von Tahiti und ist so ziemlich vom Massentourismus verschont. Eigentlich sind wir auf diese Insel gestossen, weil der Kurzbeschrieb in einem Reiseführer vielversprechend klang. Viel mehr als ein Kurzbeschrieb findet man auch nirgends über Raivavae. Insgesamt gibt es lediglich 3 Familienpensionen auf der Insel. Am Flughafen erwartet uns bereits Eleonore, unsere Gastgeberin für die nächsten 5 Tage wiederum mit selbstgemachten Lei’s. Irgendwie sind wir vom vielen Fliegen völlig kaputt und schlafen danach erstmal bis zum Nachtessen. Gegessen wird hier quasi am Familientisch mit Eleonore und ihrem Mann Dennis. Es gibt Fisch in verschiedenen Variationen, Bananen in diversen Variationen (und ja, es gibt viele Varianten, Bananen und Fische zuzubereiten), Fleisch, Taro, undundund. Total lecker und viel zu viel natürlich. Dennis ist ursprünglich aus Kalifornien, wo die beiden zwei Jahrzehnte gelebt haben, und ist froh, wenn zwischendurch wiedermal jemand Englisch spricht. Wir sind auch froh, dass jemand Englisch spricht. Unser Französisch ist nicht nur eingerostet, sondern quasi durchgerostet. Erschreckend.

Samstag, 22. Februar
Erkenne Patricia kaum mehr. Die isst Fisch am Laufmeter. Frischer Ton ist aber auch kaum zu übertreffen.

Sonntag, 23. Februar, Vormittag
Patricia erkennt mich kaum wieder, wollte ich doch heute Morgen tatsächlich in die Kirche. Die Predigt wird in Tahitisch (heisst die Sprache so?) abgehalten. Ist aber ganz okay, ich verstehe so genau gleich viel von dem was der Pfarrer sagt wie zu Hause :). Im übrigen ist die Kirche hier eine etwas farbigere Angelegenheit. Es wird mit voller Lautstärke gesungen, begleitet von einem Duzend Ukuleles und Trommeln.

Sonntag, 23. Februar, Nachmittag
Sind das wirklich wir? Wir nehmen eine knapp 4stündige Wanderung auf den höchsten Berg der Insel in Angriff. Nach einem heftigen Aufstieg laufen wir eine gefühlte Ewigkeit auf dem Grat entlang und geniessen eine unbeschreibliche Aussicht.

Sonntag, 23. Februar, Nachts
Jetzt hats uns erwischt. Zum ersten Mal nach 4 Monaten reisen, lassen wir uns das Abendessen nochmals durch den Kopf gehen. Wir machen kaum ein Auge zu. Fischvergiftung? Bananenvergiftung? Tarovergiftung? Karma, weil wir euch immer so mit unseren Fotos und Blogeinträgen plagen?

Montag, 24. Februar
Unfreiwilliges rumliegen. Kein Fisch, keine Bananen, kein Taro und schon gar keine Fotos heute.

Dienstag, 25. Februar
Wir sind zurück, mehr oder weniger. Und belohnen uns mit einem herrlichen Ausflug auf eine der zahlreichen Inseln, welche Raivavae umgeben. Es gibt wieder Bananen, Taro, Fisch, und vor allem jede Menge wunderschöner Fotos.

Mittwoch, 26. Februar
UNFASSBAR! Schon wieder „müssen“ wir weiter. Nach 5 Tagen bei Eleonore und Ihrer Familie möchten wir eigentlich noch gar nicht weiter. Raivavae ist einfach der Hammer. Der Ausflug auf das Motu Piscine (Motu heisst Insel auf tahitisch, Piscine heisst irgendwas auf französisch 😉 ) war etwas vom schönsten was wir bis jetzt an Lagunen-/Einsame-Inseln-technisch gesehen haben. Einfach unbeschreiblich. Schöner kanns kaum mehr werden (kommt mir irgendwie bekannt vor…) Unser Flugplan für heute: Raivavae – Tobuai – Tahiti – Moorea. Irgendwie hat vor allem Patricia das Fliegen langsam ein bitzeli satt. Verständlich.

Sonntag, 2. März
UNFASSBAR! Unsere Ferien sind bereits vorüber. In Moorea haben wir – wie auf den andern Inseln auch – irgendwie das Gefühl, dass wir zu kurz hier waren. Wie schon in Singapur haben wir hier keine klassische Unterkunft gebucht, sondern sind via Airbnb bei Francois und Loan gelandet. Die beiden haben zwei Kids, ein Haus direkt am Meer, einen Swimming Pool und ein Zimmer zu viel, welches sie von Zeit zu Zeit an so Touristen wie uns vermieten. Auch hier fühlten wir uns total wohl und die beiden gaben uns jede Menge Insidertipps mit auf unsere Moorea-Erkundungstour, welche dementsprechend auch erfolgreich verlief. Diverse Aussichtspunkte und Strände und zum Abschluss besuchten wir am letzten Tag das Lagoonarium. Wiederum ein wunderschönes Fleckchen zum schnorcheln. Diesesmal bekamen wir kleine Haie und Rochen zu sehen. Die Rochen schwammen so nahe heran, dass man sie sogar „streicheln“ konnte.

Und während ich jetzt diese Zeilen schreibe, befinden wir uns bereits im Landeanflug auf Neuseeland. Eine weitere Etappe unserer Reise geht zu Ende und eine neue, einiges kältere Etappe steht uns bevor. Ein bisschen vermissen wir die Südsee jetzt schon, aber zum Glück stehen ja später nochmals Südseedestinationen auf dem Programm. Nun gehts aber erst mal zu den Hobbits.

Melbourne – Great Ocean Road – Kangaroo Island – Sydney

Die verbleibenden 1.5 Tage, welche uns für Perth übrig geblieben waren, verbrachten wir: in Fremantle, einen Stadteil mit italienischen Flair bei einem Bier, im Kingspark mit faulenzen, im Irish Pub mit Tennis schauen und gaaaanz viel Zeit verbrachten wir damit, eine Tankstelle zu finden, welche eine Autowaschanalage hat und gleichzeitig einen Staubsauger, damit wir unseren Camper wieder einigermassen sauber brachten. Dabei haben wir spontan noch eine neue Foltermethode entdeckt (falls die NSA mitliest, das wäre vielleicht noch was für eure Kollegen bei der CIA)… Stellt euch folgende Situation vor:
1. Ein schöner Sommertag in Perth, bei angenehmen 42 Grad.
2. Manuel im mehrheitlich schwarzen Campervan ohne Klimaanlage am „anstehen“ für die Waschanlage.
3. Lüftung fällt aus
4. Fenster ganz unten, ohne Wind nützt dies aber auch nicht viel
5. Kurze Freude, Manuel ist an der Reihe
6. Fenster rauf, Seitenspiegel rein, ab in die Waschmaschine
7. gefühlte 50 Grad
8. der Camper wird von allen Seiten mit kühlem Wasser bespritzt. ARGHHHH!!!

9. Klitschnass aus der Waschanalage, ohne auch nur einen einzigen Wassertropfen auf die Haut bekommen zu haben
10. Von Patricia, welche im Shop nebenan gewartet hat, ernsthaft gefragt zu werden, ob man ausgestiegen ist….

…aber zurück zum Thema. Nachdem wir den Camper abgegeben haben gings per Taxi zum Flughafen. Soltan war ein ziemlich redseliger Taxifahrer. Vielleicht auch eher ein taxiseliger Redner, auf jedenfall brachte er uns ans falsche Terminal. Immerhin gabs einen gratis Shuttlebus und wir waren zum Glück ziemlich früh dran.

Kaum war unser Flieger in Melbourne gelandet war am Australian Open der Achtelfinal Federer – Robredo angesetzt. Nachdem wir im Hostel ankamen, war also zuerst mal Tennis angesagt. Nachdem Roger souverän ins Viertelfinale eingezogen war, stellten wir fest, dass wir ja schon ewigs nichts mehr gegessen hatten. Gut waren wir in einer Grossstadt, sonst wäre es evtl. schwierig geworden Sonntagsnachts um halb 12 Futter zu finden… So hiess unsere Rettung Kentucky Fried Chicken. Mjam.

Die beiden erfolgreichen Schweizer (nicht wir, Roger und Stan), stellten unser Melbourneprogramm ziemlich auf den Kopf… Die beiden spielten immer abwechslungsweise, und so stand bereits Tags darauf das epische Duell Wawrinka – Djokovic an. Da das Wetter alles andere als vielversprechend aussah, beschlossen wir, uns die geballte Tennisladung zu geben. Wir verbrachten den Tag im Melbourne Park (wo die Australian Open ausgetragen werden). Als am Nachmittag ein Training von Stanislas Wawrinka angesagt war, waren wir natürlich zur Stelle. „Sparringpartner“ war niemand geringerer als Roger Federer, auch gut… Als es dann ernst galt, schauten wir uns das Match auf Grossleinwand an.

Kaum hatten wir ausgeschlafen wars dann auch schon so weit. Australian Open, Viertelfinals, Roger Federer – Andy Murray. Und live dabei in der Rod Laver Arena? WIR! Wir konnten unser Glück kaum fassen. Natürlich für einmal ganz patriotisch wurden Gesichter geschminkt, Plakate gemalt und rotweisse Shirts gekauft. Gemeinsam mit Raphi und Ralf (der fleissige Blogleser erinnert sich vielleicht noch…), die für das gleiche Spiel Tickets gekauft hatten, gaben wir eine ziemlich bunte Truppe ab. Wir sind vermutlich inzwischen in ca. 100 asiatischen Fotobüchern verewigt… Alles lief wie am Schnürchen für Roger und somit auch für uns, ein souveräner Viersatzsieg machte den Halbfinal Federer – Nadal perfekt…

Und so waren unsere geplanten 4 Tage Melbourne bereits fast vorüber, ohne dass wir etwas von der Stadt gesehen hatten… Wir entschlossen uns kurzerhand, noch drei weitere Nächte anzuhängen… Glücklicherweise war dies mehr oder weniger ohne Probleme möglich: Mietwagen konnten wir problemlos verschieben, und das Hostel hatte auch Platz – allerdings nur wenig und so mussten wir einige Male das Zimmer wechseln…

Ralf löste dann mit seinem Angebot, dass wir sein Halbfinalticket haben können, eine kurzzeitige Beziehungskrise aus ;)….. Logischerweise wollten wir beide die Partie Nadal – Federer sehen. Schlussendlich teilten wir uns das Ticket und die Münze entschied, dass Manuel die Sätze 1 und 3 schauen durfte und Patricia den 2! Leider war das Spiel dann nach nur drei Sätzen bereits vorüber (Raphi und Manuel waren übrigens bei einem Spielunterbruch noch im TV). Beim anschliessenden Feierabendbier (okay, der eigentliche Feierabend war schon lange vorbei und es blieb auch nicht bei einem) mit Ralf wurden wir dann ca. 300 mal gefragt was das weisse „F“ auf unserem rot angemalten Gesicht für eine Bedeutung habe. Leider hat uns die Barmaid das „F“reebeer please nicht abgekauft… Am spielfreien Samstagabend, gings ohne Gesichtsbemalung in den Ausgang. Nachdem wir den Abend auf der Dachterrasse der Bar mit dem durchaus speziellen Namen „Naked for Satan“, mit Raphi und Ralf eingeläutet haben, haben wir später mit drei Mitarbeitern von Patricia die Nacht zum Tag gemacht. Schweizer ohne Ende, am andern Ende der Welt. Witzig wars :).

Wir blieben noch bis am Montag nach dem Finale in Melbourne, und hatten so doch ein wenig Zeit die Stadt zu erkunden. Melbourne hat uns super gefallen, eine der schöneren Städte, in denen wir bisher waren.

Nachdem wir unser Äuteli – wieder ein Toyota, diesmal aber ein kleiner Yaris MIT KLIMAANLAGE und 300’000 Kilometern weniger auf dem Buckeln als der Previa in Westaustralien – abgeholt hatten machten wir uns via St. Kilda auf den Weg auf die Great Ocean Road. Auf unserem Weg nach Adelaide standen nebst der Great Ocean Road noch ein Abstecher in den Grampians National Park und auf Kangaroo Island auf dem Programm. Da Buschbrände anfangs Jahr einen grossen Teil des Grampians National Park zerstört hatten und der verbleibende Teil ziemlich ausgetrocknet war, lohnte sich der erste Abstecher nicht wirklich.

Dafür war Kangaroo Island umso lohnenswerter, wo wir drei Tage verbrachten. Nebst Wildlife (Wallabies, Kängurus, Seelöwen) beobachten verbrachten wir die Zeit damit einen Haufen einsame Strände, ein Sonntags-Farmer-Markt sowie die eindrückliche Küste auf Dirtroads abzufahren. Am 3. Tag war eine Sandboard-Session geplant. Leider setzten in der Nacht starke Winde ein und wir machten uns so aufgrund des schlechten Wetters ein bisschen früher auf die (stürmische) Überfahrt. Der Sturm liess auch am Abend in Adelaide nicht nach, sodass wir aufgrund eines Stromausfalls den Abend mehrheitlich im Dunkeln verbrachten.

Durch unseren längeren Aufenthalt in Melbourne ist leider keine Zeit mehr übrig geblieben, um Adelaide zu erkunden. Bereits nach nur einer (stürmischen) Nacht flogen wir von Adelaide nach Sydney, wo unser Flugzeug bei der Landung aufgrund des schlechten Wetters für eine Schrecksekunde sorgte, nichts für schwache Nerven ;). Als wir in unserem Hostel ankamen, stellte Manuel plötzlich fest, dass er hier schonmal war, nämlich bei seiner Australienreise vor 6 Jahren… Wie schnell man(uel) doch solche Sachen vergisst… Wenn wir Glück haben „müssen“ wir die ganze Weltreise in einigen Jahren wiederholen, da man(uel) alles vergeseen hat.

Die drei Tage in Sydney vergingen wie im Flug: Surry Hills, Darling Harbour, Sightseeingbus, obligate Opernhaus-/Harbour Bridge-Fotos knipsen, Bondi Beach und schon war wieder packen und früh aufstehen angesagt… Byebye Australien, mit einem herrlichen Blick aus dem Flieger über die Sehenswürdigkeiten der Stadt gings weiter. Bis zum nächsten Mal (Manuel hat erfahren, dass sein Beruf ziemlich gesucht sein soll in Downunder, hehe)…

Übrigens ist unsere Reise bereits in der Halbzeit angelangt :(… Wir fragen uns, ob die Zeit zu Hause auch so schnell vorbei geht, unglaublich. Auch wenn wir euch zwischendurch schon e bizeli vermissen, verspüren wir bis heute nicht annähernd so etwas wie Heimweh. Wir geniessen weiterhin jeden Tag und sind einfach nur dankbar, dass wir diesen Traum leben können!

Während wir diesen Bericht schreiben liegen wir wiedermal in einem Hotelbett, am Flughafen von Auckland. Morgen gehts dann bereits weiter in die Südsee für drei Wochen. Endlich wieder einmal Ferien :)! Rarotonga, Aitutaki, Papeete, Raivavae und Moorea heissen unsere nächsten Destinationen. Viel Spass beim blättern im Atlas…

P.S. Die Bilder dazu folgen später, dass mit dem Internet ist so eine Sache hier….

Westaustralien II

Nachdem wir am Silvesterabend unser imaginäres „Weltreise-Sinnlose-Ausgaben-gespart-Sparschwein“ mit 100 Australischen Dollars gefüttert hatten, indem wir auf die örtliche Silvesterparty verzichtet haben, gings tags darauf ohne Kater und mit verdauten Spaghetti Bolognese weiter nach Exmouth.

Nach einem Tag in Exmouth war unser nächstes Ziel der Cape Range National Park. Ausgerüstet mit zwei „Fliegennetzhüten“ (so dämlich wie mein erfundenes Wort sich liest sehen diese Dinger auch aus 😉 ) – geborgt von zwei anderen Touris – und Schnorchelequipment – geborgt vom Visitor Center – machten wir uns auf den Weg. Ein absolutes Highlight dieser Tag! Begonnen mit einer kurzen Wanderung (wirklich kurz, dafür bei einer Temperatur, die man sonst eher mit einem Backofen in Verbindung bringen würde und begleitet von ca. 2 Millionen Fliegen) gefolgt von einer Abkühlung am Sandy Bay, ein herrlicher Beach, wo gerade einige Kitesurfer die perfekten Kite-Bedingungen genossen (Wind in Kombination mit flachem Wasser). Für uns Anfänger wäre das perfekt gewesen, da wir aber keine Kite-Ausrüstung haben blieb uns nichts anderes übrig, als ein paar Fotos zu machen und unsere Sandwiches zu essen. Der anschliessende Schnorchel-Halt blieb eher unter den Erwartungen, war kaum etwas zu sehen. So bezogen wir gegen Abend unser Nachtlager im Nationalpark. Hier gab es eine ganze Reihe von Bush-Campingplätzen. In Australien ist Wild campen verboten, dafür werden in zahlreichen Nationalparks solche Bushcamps – meist ohne fliessend Wasser mit einem besseren Plumsklo – zur Verfügung gestellt, wo man für eine kleine Gebühr übernachten kann. Unser Camp hatte gerade mal 3 Plätze und lag direkt bei einem Strand unter einem grossen Baum. Einmal über die Düne purzeln, und einen herrlichen Sonnenuntergang geniessen war das nächste Highlight an unserem Tag. Am besten natürlich begleitet von einem Apero (bestehend aus Chips) und einem Durstlöscher (Bier für Manuel / Eistee für Patricia). Während dem Nachtessen gabs dann eine kurze Schrecksekunde für Patricia, als plötzlich ein Känguru im Dunkeln hinter dem Auto hervorkam. Ob es das selbe war, welches später in der Nacht Patricias FlipFlop klaute bleibt offen. Auf jedenfall war es nicht das Känguru, welches am nächsten Tag in unseren Fajitas landete… Nach einer Nacht in der Natur schlossen wir unseren Cape Range Besuch mit einer Schnorcheltour am Turquoise Beach ab, wo wir dann auch einiges mehr sahen als am Vortag. Keine Angst, ich werde jetzt nicht jeden Tag so detailliert beschreiben, aber dieser Tag war sowas wie das Highlight auf unserer bisherigen Australienreise.

Wir übernachteten anschliessend nochmals in Exmouth, wo wir ein Schweizer Paar kennenlernten, welche ein letztes Mal länger verreiste, bevor die Kids in den Kindergarten kommen (bitter…). Gerüstet mit einer Menge Tipps von den beiden für den Südwesten gings dann auf den Rückweg Richtung Perth.

In Carnarvon legten wir Übernachtungs-/Tank-/Fressalienkauf-Stopp ein. Hier ereignete sich im Hinweg die Blowholes-leerer-Tank-Geschichte… Beim zweiten Anlauf waren wir dann erfolgreich, es lohnte sich! Danach folgte wieder der Abschnitt nach Geraldton, wo wir zum zweiten Mal die Klimaanlage übelst vermissten… Kurz vor Geraldton wurden wir von einem zivilen Polizeiauto angehalten. Manuel hatte die Tempolimit 90 Tafel übersehen und ist mit 110 km/h weitergefahren und sich gewundert warum das Auto vor ihm so langsam fährt, aber man kann ja überholen…. Glücklicherweise waren sie gerade im Einsatz und hatten keine Zeit eine Busse auszustellen (weitere 100 Dollar in unser Weltreise-sinnlose-Ausgaben-gespart-Sparschwein). In Geraldton wollten wir einen Kite-Stop einlegen, da uns der Wind im Stich liess, gings weiter nach Jurien Bay, wo uns die beiden Schweizer von Exmouth eine Seelöwen-Tour ans Herz gelegt hatten. Diesmal hatte es Wind und die Tour fand nicht statt. Wir gingen weiter nach Lancelin, gemäss Lonely Planet eine Kite- und Windsurf-Hochburg. Der Wind war immernoch da, aber eine Kiteschool gab es keine, also weiter nach Yanchep, wo es im Nationalpark angeblich von Kängurus und Koalas wimmeln soll. Da wir noch keine Koalas gesehen hatten, beschlossen wir, im Nationalpark zu grillieren. Tatsächlich gab es Kängurus en masse (nicht auf dem Grill), jedoch schienen die Koalas gerade irgendwo anders zu sein, wir sahen zumindest keine. Irgendwie passte es zu unserer kleinen Pechsträhne, dass uns ein Vogel eines unserer Käsewürstchen vom Grill stahl. Wir hofften, dass er daran erstickt ist und genossen unser Nachtessen.

Weiter südlich gings am Folgetag, wo wir einem weiteren Tipp des schweizer Ehepaars folgten und beim Honeymoon Pool (ja, die doofen Kommentare könnt ihr euch sparen) übernachteten, wieder ein Bushcamp in einem Nationalpark, diesmal an einem Fluss. Dank der vielen Bäume, welche am Morgen für ausreichend Schatten sorgten, wurden wir mal nicht von der Hitze geweckt. Danach war aber durchaus wieder Sonne angesagt, nämlich Strand- und Bierdegustieren rund ums Cape Naturaliste. Da im eigentlich vorgesehenen Camping die Inflation wohl besonders heftig zugeschlagen hatte (54 Dollar für einen Platz), haben wir beschlossen den nächsten (30km) anzusteuern, da fanden wir erstens einen günstigeren, zweitens konnten wir direkt von unserem Platz aus den Film Smurfs 2 (Schlümpfe 2) schauen (Mann, der Gargamel ist ja ein Arsch!) und uns drittens sogar Tennisplätze für den Morgensport zur Verfügung standen.

Eigentlich wollten wir Tags darauf nur schnell unseren Tageseinkauf in Margaret River erledigen. Doch irgendwie hatte es uns dieses kleine Städtchen mit dem Surfer-Vibe so angetan, dass wir kurzerhand einen Shopping- und Kaffee-Tag einlegten. Tschüss Weltreise-sinnlose-Ausgaben-gespart-Sparschwein. Die Region um Margaret River ist als Weinregion bekannt, so „mussten“ wir dann natürlich schon noch schnell ein bitzeli Wein degustieren bevor uns beim Feierabend-Schwimmen im Hamlin Bay eine Riesen-Roche gesellschaft leistete (Riesenroche CHECK!). Da der nahegelege Campingplatz bereits aus allen Nähten platzte, fuhren wir ein weiteres Mal etwas weiter Richtung Süden, wo wir wiederum unser Nachtlager im Busch aufschlugen und bis spät in den Abend die selbe Flasche Wein wie zuvor degustierten. Qualitätstest bestanden!

Nachdem wir das nächste Must-Do abhakten, den Treetop Walk, wo man sich für 15 Dollar einmal wie ein 40 Meter hoher Baum fühlen kann führte uns unser Weg nach Albany, der vermeintlich letzten Station vor unserer Rückkehr nach Perth. Doch 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Unser Plan war es, eine Nacht in Albany zu bleiben und entweder den Wave Rock im Landesinneren zu besuchen (ein Umweg von 300 km und ein Tag weniger in Perth) oder direkt nach Perth zurück fahren und dort noch 4 Tage die Stadt erkunden. Der Bushcamp den wir in der Nähe von Albany gefunden hatten, hat uns jedoch so gut gefallen, dass wir am nächsten Morgen beschlossen, einen Tag anzuhängen. Nicht nur, dass der Camp von der Stadt gratis zur Verfügung gestellt wurde, er lag herrlich an einem (beinahe) Frischwasserweiher ca. 50 Meter hinter dem Strand. Wir lernten Geoff und Barbara, unsere Campnachbarn kennen, zwei Australier (sie mit deutschen Wurzeln) die bereits seit mehreren Monaten in ihrem Camper leben („like Gipsies“, wie Zigeuner, wie sie selbst sagen) und ihr Leben (offensichtlich) geniessen. Wir kamen ins Gespräch, weil die beiden Journalisten gerade an einem Buch schreiben und dafür Reisende interviewen. Dankend nahmen wir natürlich das Angebot an, ihr Kajak zu benutzen. Unser Morgensportprogramm lautete dann: 1. zum Strand paddeln, 2. kurz im Meer schwimmen, 3. vom Wind zurücktreiben lassen (wir achten schon darauf, dass wir uns nicht überanstrengen). Die beiden überredeten uns dann auch, statt zurück nach Perth zu fahren noch ein bisschen weiter (450 km) nach Esperance zu reisen, und dann via Wave Rock, der dann auch am Weg zurück nach Perth liegt.

Der „Abstecher“ nach Esperance hat sich wahrlich ausbezahlt. Wir haben einen herrlichen Strandtag im Cape Le Grand National Park verbracht, an einem der schönsten und zugleich menschenleersten Strände auf unserer bisherigen Reise (Thistle Cove)! Geoff hat uns in Albany gefragt, welches der schönste Ort auf unserer Australienreise war, eventuell müssen wir diese Antwort nach dem gestrigen Tag nochmals überdenken…

Nach weiteren 420 Kilometern Fahrt sind wir heute in Hyden angekommen wo wir morgen noch ein Date mit dem Wave Rock haben, bevors dann zurück nach Perth geht. Am Montagmittag geht unser Westaustralien-Trip zu Ende und wir fliegen nach Melbourne, wo am 22. Januar die Australien Open auf dem Programm stehen (hoffentlich mit einem Schweizer in der Night Session, Holz alange)! Unsere Zeit in Perth hat sich also so ziemlich auf ein Minimum reduziert, mehrheitlich hörten wir aber unterwegs, dass Perth „just another City“ sei. Mal kuck’n…

Perth – Exmouth

Der Moment, indem…

…Checkout im Hotel wieder um 10 statt um 12 Uhr ist.
…Frühstück nur bis halb 10 statt bis 12 Uhr serviert wird.
…Internet nicht mehr an jeder Ecke (gratis) verfügbar ist, sondern nur an ganz wenigen Orten, dafür unbezahlbar ist.
…sich der Buschauffeur alle Zeit der Welt nimmt, den zwei Touristen zu erklären, wie sie an ihr Ziel kommen, und per Funk sogar den nachfolgenden Bus anhält.
…sich die Buschauffeurin im nachfolgenden Bus wieder alle Zeit der Welt nimmt für die zwei Touristen und erklärt, dass schon der Bus vorne ans gewünschte Ziel fahren würde, der Chauffeur dies aber wohl nicht wisse.
…die anschliessende Busfahrt gratis ist.
…sich unser Büssli als rudimentär zum Camper umgebauten Toyota Previa herausstellt.
…wir ausnahmsweise den Camper freiwillig auf 5 Grad herunterkühlen würden, hätten wir eine Klimaanlage.
…wir für unseren ersten Campingplatz ein Vermögen ausgeben, nur um nicht nochmals zum anderen Camping, mit der wohl unfreundlichsten Dame aller Zeiten zurückkehren müssen, welchen wir bereits vorher besichtigt hatten.
…es zu Weihnachten Spaghetti carbonara, statt Filet im Teig gibt.
…wir mehr tote als lebende Tiere am Strassenrand sehen.
…wir komplett auf selber kochen umstellen nach 2-3mal täglich auswärts Essen in Asien.
…die Benzinpreise zwischen 1.15 und 1.60 Fr. variieren.
…sich Manuel etwa 2mal täglich den Kopf an der offenen Heckklappe unseres Autos anschlägt.
…einen die Fliegen beinahe zur Weissglut treiben.
…man beim Kühlschrank einräumen jemanden Schweizerdeutsch sprechen hört, sich umdreht, und die ebenso ungläubig dreinschauenden Gesichter von Raphi und Ralf vom Badmintonclub sieht.
…am Silvester Spaghetti-Bolo-Dinner for two statt Fondue Chinoise mit Freunden angesagt ist.
…du eigentlich permanent irgendwelchen Schweizern begegnest.
…wir kurz vor einem Ausflugsziel umkehren müssen, da das Bezin sonst nicht reicht mitten in der Pampa (Tank fasst 50L, Auffüllung war 50.02L, puuh nochmals Glück gehabt).
…wir so viel Zeit haben, dass wir sogar anfangen Spanisch zu lernen.
…man einen 2Liter-Wein im Karton kauft, und ihn nach einem Schluck weiterverschenkt.
…man nach 2364 Kilometer endlich ein lebendiges Känguru sieht und nicht ahnt, dass man an diesem Tag gleich 10 weitere sehen wird.
…wir Mammutaufgaben wie 1 Karte schreiben auf drei Tage verteilen…
…Manuel sich endlich die Haare schneiden lässt, bei Patricia, kostenlos.
…Patricia sich von einem Känguru beklauen lässt (minus ein FlipFlop).
…wir uns bei gefühlten 50 Grad auf den Weg machen, einen Canyon anzuschauen (noch immer ohne Klimaanlage), und merken, dass wir nur 1.5 Liter Wasser eingepackt haben.
…unser Camper uns immer von selber darauf hinweist, dass wir eigentlich auf dieser Schotterstrasse nicht fahren dürfen, nämlich immer dann wen der Scheibenwischer sich selbstständig macht.
…wir nach zwei Wochel Känguru-Fajita machen, nachdem wir schon alle andern Fleischsorten durchge-bbq-t haben.

…wir in Westaustralien sind!